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Neben den Hauptkriterien gibt es eine Reihe von Befunden, die mehr oder weniger häufig bei Neurodermitis anzutreffen sind, die sog. Nebenkriterien. Darauf soll nun ausführlich eingegangen werden.

Trockene Haut

Annähernd alle Patienten geben auf Befragen an, daß ihre Haut sehr trocken sei. Die trockene Haut kommt durch eine verminderte Fettbildung der Talgdrüsen und eine im Vergleich zu hautgesunden Menschen gestörte Zusammensetzung der Oberhautfette zustande. Mediziner nennen diesen Zustand der Haut auch Sebostase oder Xerose.

Unsere Haut muß sich im Alltag gegenüber unzähligen Stoffen selbst schützen. So trocknet beispielsweise häufiger Wasserkontakt die Haut sehr stark aus. Die Natur hat aus diesem Grund unsere Haut mit einer Art Schutzhülle (Säureschutzmantel oder Hydrolipidfllm) ausgestattet. Diese besteht aus Produkten der Hautdrüsen (Schweißdrüsen, Talgdrüsen, Duftdrüsen), aus Fetten und kleinen Hornschüppchen der obersten Hautschichten. Dadurch kommt ein bestimmter Hautoberflächenwert (pH-Wert> zustande, der uns in gewissem Maße vor der Einwirkung von bestimmten Säuren und Laugen, Bakterien usw. schützt. Der Hautoberflächenwert schwankt zwischen 5 und 5,5 und sollte durch Pflegemaßnahmen auch etwa in diesem Bereich gehalten werden. Bei Neurodermitis ist die trockene Haut gleichzeitig. Ausdruck eines stark gestörten Schutzmantels. Dadurch können verschiedene Schadstoffe leichter in die tiefen Hautschichten eindringen. Gleichzeitig zeigt sich, daß auch die gesund aussehende Haut bei Neurodermitispatienten deutlich mehr Wasserdampf austreten läßt als das bei hautgesunden Menschen der Fall ist. Ein Hinweis mehr, Pflegemaßnahmen wichtig zu nehmen.

Positive Hauttests

Uber 90 % der Neurodermitispatienten weisen im Hauttest (Pricktest) positive Reaktionen gegenüber Umweltallergenen auf. Das sind zum einen Allergene, die wir einatmen (sog. Inhalationsallergene), die aber gleichzeitig auch mit unserer Haut in Kontakt kommen. Typische Beispiele sind Hausstaub- und Vorratsmilben, Pollen von Blumen, Getreide, Kräutern usw., Tierhaare und Schimmelpilzsporen. Zum anderen handelt es sich um Nahrungsmittel, die wir über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen, die aber auch bei direktem Kontakt mit der Haut oder Mundschleimhaut Juckreiz, Rötung und Schwellung verursachen können.

IgE-Wert

Vererbt wird bei Neurodermitis die Neigung zu Allergien. Bei über 90 % der Patienten läßt sich im Blut ein bestimmter Allergiewert erhöht nachweisen. Diesen Allergiewert nennen wir IgE (Immunglobulin E, ein sog. Antikörper des Abwehrsystems>). Während der Wert normalerweise 100 Einheiten pro Milliliter Blut nicht übersteigt, kann man bei Neurodermitis oft mehrere 1000 Einheiten pro Milliliter nachweisen. Der erhöhte Wert ist Ausdruck für eine Fehlsteuerung des lmmunsystems, wobei offensichtlich zu geringe Mengen von solchen Substanzen im Körper gebildet werden, die den IgE-Spiegel im normalen Bereich halten. Eine dieser Substanzen ist das lnterferon-gamma. Auf der anderen Seite werden von bestimmten Entzündungszellen zuviel von solchen Substanzen gebildet, die den IgE-Spiegel steigern (z.B. Interleukin-4>). Warum dieses Ungleichgewicht zustande kommt, und ob das nur an den Erbanlagen liegt, wissen wir zur Zeit noch nicht. Wogegen richten sich die Antikörper bei Neurodermitis? IgE-Antikörper sind gegen Umweltbestandteile gerichtet, die wir normalerweise vertragen. Sie sind bereits unter dem Punkt ,,Positive Hauttests aufgeführt worden. Wenn sich IgE-Antikörper z.B. gegen Hausstaubmilben nachweisen lassen, führt eine Hauttestung mit Hausstaubmilbenextrakt im allgemeinen zu einer Quaddelbildung (Sofortreaktion), zeigt also eine Allergie an.

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