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Psoriasis und oder in einer Partnerschaft

Aber solch ein Zugeständnis ist ja oft zwischen Partnern auch schwierig. Psoriatikerinnen/Psoriatiker haben oft einen langen Weg vor sich, bis sie zu dem Punkt kommen, wo sie spüren können: "Ich mag mich."

Und da helfen auch die Appelle anderer nicht: "Du mußt dich selber erst mal mögen."

Ich mit dir

Zunächst ein schönes Bild: wir beide Hand in Hand, Körper an Körper gedrückt ? eine tiefe Sehnsucht kommt da auf.

Psoriasis macht Partnerschaft und Sexualität zunächst sicher einmal umständlicher: ich kann eben nicht immer, nur manchmal meine Hand so einfach und glatt in deine Hand legen.

Zwischendurch muß ich sie auch eincremen oder sie ist eben rauh, unbehandelt und unattraktiv. Eine Psoriatikerin:

"Meine Schambehaarung sieht gar nicht verführerisch aus. Eigentlich bin ich froh, meinen Freund grade erklärt zu haben, daß das garantiert keine schreckliche Syphilis ist, sondern ganz harmlose Psoriasis. Aber trotzdem mache ich mir keine Illusionen über die Schönheit des Anblicks, den ich biete." Ein ähnliches Problem bei den Männern: "Ich sagte dann meiner Freundin, daß es mir leid tut. Mein Penis sieht wirklich aus wie geschlechtskrank. Aber er ist es nicht, er juckt vielleicht bei der Erektion etwas, weil ich Psoriasis habe. Aber es sei eben nicht ansteckend für sie. Da guckte sie etwas skeptisch."

Manche Paare machen aus der Not eine Tugend. Sie benutzen die chronische Erkrankung eines Partners/einer Partnerin, um sich die Angst vor Trennung und Verselbständigung zu verringern. Besonders deutlich sichtbar werden solche Paare, wenn z.B. in einer Regionalgruppe er (hautgesund) mit ihr (psoriasiskrank) erscheint und er führt das große Wort. Sie schweigt. Er weiß einfach alles über die Krankheit seiner Frau. Und sie bleibt weiterhin stumm.

Da sind dann zwei der verführerisch entlastenden Kraft erlegen, die jede chronische Erkrankung für die Paarbindung hat. Beide reifen innerlich nicht mehr, weil auf Dauer die Rollen hier fest verteilt sind: stark und schwach. Die Schwache kann so nie stark werden. Wenn man in der Geschichte solcher Partnerschaften nachfragt, findet man beim Erkrankten häufig so eine Art resignierendes Lebensmotto: "Wenn ich schon so krank/unattraktiv bin, nehme ich mir eben eine verständnisvolle Pflegerin/einen verständnisvollen Pfleger als Lebenspartner." In solchen Beziehungen bleiben dann beim "Kranken" starke Seiten ungelebt, beim "Gesunden" sind schwache Seiten-verboten.

Haut als Vorwand

Kein Problem unseres Lebens kann uns über Jahrzehnte so berühren wie "Partnerschaft und Sexualität". Kaum etwas ist so entmutigend wie das Entdecken einer klaffenden Lücke: auf der einen Seite die Sehnsüchte nach Befriedigung und Nähe, auf der anderen Seite der erschreckende Alltag.

Neben dem Schaden auf der Haut kommt so viel Intimes und Verletzbares von mir zutage, wenn ich mich offen und verletzlich zeige: ich zeige mich als unsicherer Mann, als unsichere Frau, ich zeige, daß ich hinter meiner Maske eigentlich sehr klein und voller Ängste bin. Da kommt dann meine Hautkrankheit fast gerade recht: wenn ich z. B. zuviel Angst vor intimen Kontakten habe, kann ich mich hinler die Panzerplatten der Schuppen zurückziehen. Hautkrankheit kann ein fast willkommenes Symbol für Kontaktangst sein. Es ist mühsam, die dahinterstehenden Ängste immer gleich zu identifizieren:

? die Angst, nicht attraktiv zu sein,

? die Angst, verlacht zu werden,

? die Angst, abstoßend zu wirken,

? die Angst, nicht gestreichelt zu werden.

All das sind Ängste, die Nichterkrankte auch haben. Diese können die Ängste aber nicht an einer Hautkrankheit festmachen. Im Grunde kann ein Hautproblem ein prima Vorwand sein, mich vor meiner Auseinandersetzung mit diesen anderen Problemen zu schützen.

Es kann dann eine große Hilfe sein, in einer Gruppe von Betroffenen auch auf diese übrigen Ängste angesprochen zu werden.

Haut als Chance

Unsere chronische Krankheit hat ein Plus: sie liegt offen zutage. Zwar sieht sie nicht jeder. Aber bei einer erotischen Begegnung ist es spätestens so weit. Ohne viele Worte zu machen wird klar und sichtbar, daß wir nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Das Thema Behinderung/Schwäche ist uns sozusagen auf den Leib geschrieben. Ohne unsere Krankheit könnten wir es uns viel länger ersparen, in intimen Beziehungen auch über Punkte zu sprechen, die wir an uns selber und am ändern als belastend erleben. Vielleicht eine Chance? Wir sind als Hautkranke in einer intimen Bindung an einen anderen Menschen sehr schnell an einer sehr verletzbaren, aber auch einer sehr persönlichen Stelle. Masken können und brauchen wir uns nicht lange vorzuhalten. Oder, um es in einem Bild zu sagen: wer sich soviel einsalben muß wie Psoriasiskranke, hat die Chance, einem Partner/einer Partnerin "ungeschminkt" gegenüberzutreten..

 

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Frau Christa Reistle Geretsried

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